Sehensvürdigkeiten von Fertőrákos     

Mithras Heiligtum
Adresse: 9421 Fertőrákos Österreich-Ungarn Grenzübergang
Offen: III.15.-X.15.

Nach vorheriger Anmeldung:
tel.: +36 20 9-211-493
tel.: +36 99 355-409
fax: +36 99 355-348

 
 

In der Zeit der Römer lief in der Gegend und der Umgebung ein blühendes Leben, welches zahlreiche Bauwerküberreste und das Friedhof bestätigen. Das Älteste Andenken findet man in der Mithras Höhle, welche nördlich vom Dorf, am Ufer des Neusiedler Sees, nähe der heutigen Grenze ist. Die Höhle hat 1866 ein Steinmetz namens Malleschitz György entdeckt. Mit dem Soproner Architekt, ältester Storno Ferenc hat man die Erde und die verwilderten Pflanzen entfernt, als dort sich eine Höhle offenbarte, in welcher man bei der hinteren Wand ein drittel Halbmeter großen geschnitzten Relief Stein entdeckte, welches Mithras Gottheit Stiertötende Gestalt verewigte. Von rechts und links umrandete es je ein Genius: einer mit gehobener Fackel der anderer mit runtergehaltener Fackel. Von der Aufschrift am unteren Seite des Reliefs konnte man drei Wörter erkennen: „fecit impendo suo“ von denen man schließen kann, dass dieses eine Person auf eigene Kosten gebaut hat. In der Höhle waren noch zwei Steine mit gekürzten Aufschriften, welche Mommsen, Paur und Storno so erklärten, dass den Ersten Septimus Justinianus der Waffenlager-Leiter von XIII. Gemina Antoniana Legion, den Zweiten ein römischer Offizier namens Julius Saturninus aufstellte zur Ehre des Sonnengottes. Auf Grund den in den Urnen gefundenen Geldmünzen schätzten sie die Erstehung des Heiligtums erste Hälfte des III. Jahrhunderts. Der Prinz Massalszky erklärte in einer seinen Studien im Soproner Revue die Höhle als unter Nutzung stehendes Heiligtum, in welcher auch Julian Kaiser Menschenopfer gezeigt hat, als er seine Donau-Schiffsreise für 4 Tage abgebrochen hat und mit Begleitung das Heiligtum aufsuchte, um vor seiner Thronübernahme die Gottheit zu besänftigen. Er hat weder in Carnuntum noch in Scarbantia eine Mithras Höhle gefunden, weil die Ehrung des Sonnengottes von der offiziellen römischer Religion abweicht. Weil in der Nähe des Kroisbacher Heiligtums aus Ziegeln gebaute Aschenhalter und darin Geldstücke waren, ist sicher, dass das Heiligtum Diener und Wächter hatte, also dürfte sich auch eine Art Siedlung hier entwickelt haben. Dieses Heiligtum hätte man wegen der Reichsverordnung vom Gratianus Kaiser (378) vernichten sollen, aber weil es vom Verkehr weitliegend und versteckt war, verblieb es und weil die Wächter es verlassen haben, wurde es mit der Zeit vergraben, und kam erst nach 1500 Jahren auf Grund eines glücklichen Zufalles zum Vorschein.